Der jüngste von der WHO registrierte Angriff auf das Gesundheitswesen in der Ukraine ereignete sich am 7. Mai 2023 und betraf eine mobile Klinik. "Die WHO verurteilt alle Gewalttaten gegen das Gesundheitswesen. Diese Angriffe töten und verstümmeln nicht nur, sondern berauben Menschen auch der dringend benötigten Pflege, gefährden Gesundheitsdienstleister und untergraben Gesundheitssysteme", sagte eine WHO-Sprecherin. "Angriffe auf medizinisches Personal, Patienten, Transportmittel, Versorgungsgüter und Gesundheitseinrichtungen stellen einen eklatanten Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte dar und müssen jetzt aufhören", fügte Harris hinzu. "Wir fordern eine sofortige Einstellung aller Aktivitäten, die das Leben von Gesundheitspersonal und Patienten gefährden oder die Bereitstellung wesentlicher Gesundheitsdienste behindern."
Die Ukraine hat seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs rund 90 000 Tonnen Sachleistungen wie Ausrüstung und Medizin durch den EU-Katastrophenschutzmechanismus erhalten. Zudem seien mehr als 2000 Patienten und Verwundete aus der Ukraine in mehr als 20 Ländern der EU behandelt worden, sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic. "Dies ist nun die bei weitem komplexeste, größte und am längsten andauernde Operation im Rahmen des Katastrophenschutzmechanismus der Union, die es je gab", sagte er. "Und wir sind entschlossen, so lange wie nötig weiterzumachen."
Unter den Hilfen seien Lebensmittel, Medikamente, Fahrzeuge, Generatoren, Transformatoren sowie Ausrüstung für die Reparatur des Stromnetzes und anderer kritischer Infrastrukturen gewesen. "Sogar Dinge wie Sonnenblumenkerne oder Ausrüstungen zum Schutz von Kulturdenkmälern haben wir geliefert", sagte Lenarcic. Die Ukraine ist dem EU-Katastrophenschutzmechanismus vor etwa einem Monat offiziell beigetreten. Dabei arbeiten die EU-Staaten und weitere Länder in Vorsorge und Reaktion auf Katastrophen zusammen. Hilfen hatte die Ukraine aber auch vorher schon erhalten, so wie das jedes Land weltweit nach einer Anfrage könne, sagte Lenarcic.
Mit dem Beitritt erhalte die Ukraine Hilfslieferungen und Zugang zu Fachwissen, Ausbildungsprogrammen und Übungen, sagte der EU-Kommissar. Außerdem könne das Land nun auch einfacher anderen Staaten helfen. Hilfsmissionen, die durch den Mechanismus koordiniert werden, werden zu großen Teilen von der EU mitfinanziert. Lenarcic betonte, dass große ukrainische Hilfsteams in die Erdbebengebiete in der Türkei im Februar dieses Jahres geschickt wurden. "Die Ukraine wird als eine der Supermächte im Katastrophenschutz hervorgehen, die sehr gut in der Lage ist, anderen zu helfen."
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