
Zunächst werde eine Zugangsstraße zur Spitze des Hügels geschaffen, unter dem die Arbeiter in dem Tunnel festsitzen, sagte Devendra Patwal von der Behörde für Katastrophenmanagement. Am Montagabend sollte dann eine vertikale Bohrung nach unten in Richtung Tunnel beginnen. Hunderte Helfer seien bei den Aktionen im Einsatz, schrieb die Zeitung "India Today".
Über Rohre würden die Eingeschlossenen weiter mit Sauerstoff, Medikamenten und Nahrung wie Kichererbsen und Nüssen versorgt. Man pumpe kleine Lebensmittelpakete in den Tunnel, berichtete die Zeitung "Indian Express". Außerdem stehe man in Kontakt mit den Arbeitern. "Es gibt Strom und Wasser im Tunnel", zitierte die Zeitung "Times Now" Anurag Jain vom Verkehrsministerium. "Es wird einige Zeit dauern, aber wir werden sie schließlich herausholen", sagte er weiter.
Premierminister Narendra Modi betonte in einem Gespräch mit dem Regierungschef des betroffenen Himalaya-Bundesstaates Uttarakhand, Pushkar Singh Dhami, dass die Zentralregierung das nötige Rettungsmaterial zur Verfügung stelle. Auch müsse Modi zufolge die Moral der Eingeschlossenen aufrechterhalten werden.
Doch draußen vor dem Tunnel bangten Angehörige um das Leben und die Gesundheit der Arbeiter. Es sei ein qualvolles Warten, berichtete der Sender NDTV. Die Stimmen der Arbeiter würden immer schwächer, ihre Kräfte schienen zu schwinden, erzählten Angehörige dem Sender, nachdem sie mit Eingeschlossenen sprechen konnten. Die Behörden hatten am Samstag angekündigt, sich um Unterkunft, Verpflegung und die medizinische Betreuung von wartenden Familienmitgliedern zu kümmern, wie die Nachrichtenagentur ANI berichtete.
Ursprünglich hieß es in indischen Medien, 40 Arbeiter seien eingeschlossen, dann erhöhten die Behörden die Zahl auf 41, wie "Indian Express" am Sonntag meldete. Mehrere Politiker und Behördenvertreter besuchten die Unglücksstelle am Wochenende.
Die Bohrarbeiten zur Rettung der Arbeiter waren am Freitag vorübergehend unterbrochen worden, nachdem es beim Einsatz eines eigens aus der Hauptstadt Neu Delhi eingeflogenen Bohrgeräts zu Problemen gekommen war. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Arbeiten eingestellt wurden, habe sich die Maschine den Berichten zufolge etwa 24 Meter durch den Schutt im Tunnel gebohrt. Die Arbeiter sitzen aber hinter etwa 60 Metern Schutt fest. Aus der Stadt Indore war auch eine zweite Hochleistungsbohrmaschine zur Unglücksstelle gebracht worden.
Der im Bau befindliche Autobahntunnel war am 12. November nach einem Erdrutsch teilweise eingestürzt. Der etwa 4,5 Kilometer lange Autobahntunnel wird nahe der Kleinstadt Uttarkashi im Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand gebaut – eine Region mit vielen hinduistischen Tempeln, die Pilger anzieht.