Obwohl die Gruppe-Wagner in der östlichen Stadt Bachmut den Sieg errang und ihn an die russischen Streitkräfte zurückgab, bleibt die Stadt ein Brennpunkt. Der angebliche Fall der Stadt war ein seltener Sieg für Moskau, doch vor kurzem gaben die ukrainischen Streitkräfte an, dass sie bei der Rückeroberung von Land im Nordwesten und Südwesten begrenzte Fortschritte gemacht hätten. Und Bachmut hat bereits einen enormen Tribut gefordert: Obwohl es keine offiziellen Zahlen gibt, ist klar, dass die Einnahme von Bachmut für Russland mit enormen Kosten verbunden war. Der NATO-Geheimdienst schätzt, dass die russischen Streitkräfte auf jeden ukrainischen Soldaten, der bei der Verteidigung Bachmuts getötet wurde, mindestens fünf verloren haben.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte informierten am Sonntag auch über den erneuten Abschuss von sechs Drohnen im Gebiet Charkiw und Sumy an der Grenze zu Russland. Am Samstag hatte die ukrainische Luftabwehr mitgeteilt, dass 2 Marschflugkörper und 20 Drohnen abgeschossen worden seien. Demnach hatte Russland 35 Drohnen und 8 Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert - auf militärische und wichtige Infrastruktur-Objekte. Die russischen Angriffe richteten sich demnach neben Odessa auch gegen Ziele in der Region Poltawa und in Charkiw.
Auch russische Regionen meldeten erneut Beschuss von ukrainischer Seite. In der Region Kaluga schlugen laut Behörden zwei Drohnen ein. Über Verletzte oder größere Schäden war zunächst nichts bekannt. Im an die Ukraine grenzenden Gebiet Belgorod, das seit Tagen beschossen wird, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Sonntag mit, dass ein Güterzug mit 15 leeren Waggons entgleist sei. Verletzte gab es demnach nicht, der regionale Zugverkehr musste vorübergehend eingestellt werden. Die Hintergründe waren zunächst unklar. In Russland verüben immer wieder Schienenpartisanen Sabotageakte gegen Bahnanlagen, um militärischen Nachschub zu stoppen.
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