
Laut einer Polizeiquelle der staatlichen Nachrichtenagentur TASS waren die Geiselnehmer mit einem Taschenmesser, einem Schlagstock und einer Axt bewaffnet. Berichten zufolge verschanzen sie sich im Hof des Gefängnisses und forderten im Austausch für die Freilassung der Geiseln einen Wagen sowie die Erlaubnis, das Gefängnis zu verlassen.
Unter den Geiselnehmern befanden sich IS-Mitglieder, die wegen Terrorismusvorwürfen vor Gericht erscheinen sollten. In russischen Medien wurde spekuliert, dass die Angreifer zu einer Gruppe gehören könnten, die 2022 wegen der Planung eines Anschlags auf den Obersten Gerichtshof von Karatschai-Tscherkessien festgenommen wurde. Karatschai-Tscherkessien ist eine mehrheitlich muslimische Republik im Kaukasus.
Der Vorfall in Rostow ereignete sich fast drei Monate nach einem tödlichen Anschlag in einer Konzerthalle in der Nähe von Moskau, bei dem bewaffnete Männer das Feuer eröffneten und mindestens 144 Menschen töteten. Dieser Angriff, zu dem sich ebenfalls die dschihadistische Gruppe IS bekannte, war der tödlichste auf russischem Boden seit zwei Jahrzehnten. Mehr als 20 Personen, darunter vier mutmaßliche Schützen aus Tadschikistan, wurden inzwischen festgenommen.
Russland ist wiederholt Ziel von Anschlägen, zu denen sich IS-Kämpfer bekannt haben, auch wenn der Einfluss der Gruppe im Land begrenzt bleibt. Offiziellen Angaben zufolge reisten fast 4.500 Russen, überwiegend aus dem Kaukasus, in den Irak und nach Syrien, um dort auf Seiten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu kämpfen.
Der Vorfall im Untersuchungsgefängnis von Rostow unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch IS-Terroristen in Russland und die Bereitschaft der russischen Behörden, mit entschlossener Härte gegen solche Bedrohungen vorzugehen. Während die schnelle und effiziente Befreiung der Geiseln als Erfolg gewertet wird, bleibt die Sicherheitssituation angespannt, und die Gefahr durch radikalisierte Gruppen ist nach wie vor präsent.