Das Ministerium teilte in dem Update mit: "Viele 18- bis 21-jährige Männer beanspruchen derzeit eine Befreiung von der Wehrpflicht aufgrund ihres Hochschulstudiums. Die Behörden ändern höchstwahrscheinlich die Altersgruppe, um die Truppenstärke zu erhöhen, indem sie sicherstellen, dass die Schüler schließlich zum Dienst gezwungen werden. Das Ministerium sagte, Russland habe Wehrpflichtige weiterhin offiziell von Operationen in der Ukraine ausgeschlossen, obwohl "mindestens Hunderte wahrscheinlich durch administrative Verwechslungen oder nach der Unterzeichnung von Verträgen gedient haben".
Selbst wenn Russland weiterhin auf den Einsatz von Wehrpflichtigen im Krieg verzichtet, werden zusätzliche Wehrpflichtige einen größeren Anteil an Berufssoldaten für den Kampf freisetzen. Russland führt zweimal im Jahr Wehrpflichteinberufungen durch, abgesehen von seiner "teilweisen Mobilmachung" im letzten Jahr.
Laut einem hochrangigen Nato-Beamten fordert Russland bei seiner aktuellen Offensive täglich bis zu 1.500 Opfer, hauptsächlich in der östlichen Stadt Bachmut. Die Ukraine habe "eine Größenordnung weniger" in Kämpfen einstecken müssen, wo "mehrere tausend" Granaten pro Tag von beiden Seiten abgefeuert wurden, sagte der Beamte. Die Ukraine hat bei der Schlacht um Bachmut offenbar mehrere feindliche Stellungen zerstört. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer neuen Videobotschaft über die aktuelle Lage im Krieg mit Russland. Er dankte den ukrainischen Streitkräften für ihren andauernden Widerstand vor allem rund um die hart umkämpfte Stadt Bachmut im Gebiet Donezk.
Die seit Tagen dauernde Schlacht um Bachmut gilt mittlerweile als die blutigste im ganzen Ukraine-Krieg. Selenskyj wiederholte erneut, dass man die weitgehend zerstörte Stadt mit einst 70.000 Einwohnern halten wolle. Würde Bachmut fallen, könnten die Streitkräfte Russlands im Osten des Landes tief in das Gebiet der Ukraine eindringen und den Frontverlauf zu seinen Gunsten verschieben. Auch deshalb sei die Verteidigung der Stadt erneut verstärkt worden. Aktuell versuche Russland, Bachmut mit seinen Truppen vollends einzukreisen. So soll die Versorgung der Verteidiger abgeschnitten werden. Oleksandr Syrskyj sagte, Russland setze alle verfügbaren Kräfte im Ukraine-Krieg in Bachmut ein. Die Stadt sei zum "Epizentrum der Feindseligkeiten" geworden.
dp/pcl
