Die Militärverwaltung der Stadt Kiew (KMBA) sagt, dass es bei den Angriffen von heute Morgen keine Opfer in Kiew gegeben habe. Der Fliegeralarm in Kiew hat aufgehört. Die KMBA postete auf Twitter: "Nach einer Pause von 51 Tagen startete der Feind einen weiteren Raketenangriff auf Kiew. (Der letzte Raketenangriff auf die Hauptstadt war am 9. März 2023) Nach den zu klärenden Informationen wurde der Beschuss von strategischen Flugzeugen aus durchgeführt. Nach vorläufigen Angaben wurden 11 Marschflugkörper im Luftraum von Kiew zerstört. Zusätzlich zu den Raketen wurden 2 weitere UAVs abgeschossen (der Drohnentyp wird ermittelt)."
Zuvor war im Obolon-Bezirk der Hauptstadt infolge herabfallender Trümmer eine örtliche Stromleitung unterbrochen und die Straßenoberfläche beschädigt worden.Es gab keine Opfer unter der Zivilbevölkerung und keine Zerstörung von Wohnanlagen oder Infrastruktur.
Die Angriffswelle Russlands auf die Ukraine von heute Morgen kommt einen Tag, nachdem Russland zurückhaltend auf das erste Telefonat zum Krieg in der Ukraine zwischen Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping und Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew reagiert hatte. "Wir sind bereit, alles zu begrüßen, was eine Beendigung des Konflikts und das Erreichen aller von Russland gesteckten Ziele näher bringt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge am Donnerstag. Russland fordert etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt, weil sich die Atommacht dadurch in ihrer Sicherheit bedroht sieht.
Die russische Führung hatte sich auch nach einem Besuch von Xi Jinping im März in Moskau offen gezeigt für die Bemühungen Pekings um eine Waffenruhe und Friedensverhandlungen. Der prominente russische Außenpolitiker Leonid Sluzki kritisierte nach dem Telefonat Selenskyjs mit Xi, dass Kiew weiter auf seinen Positionen verharre und eine Feuerpause ablehne. Xi kündigte an, einen Sonderbeauftragten in die Ukraine und andere Länder schicken zu wollen, um sich mit allen Parteien über eine politische Lösung auszutauschen.
Moskau besteht vor möglichen Verhandlungen etwa darauf, dass die Ukraine auf ihre von russischen Truppen besetzten Gebiete verzichtet. Kiew wiederum verlangt als eine Grundbedingung für Gespräche, dass Russland seine Truppen komplett abzieht. Beide Seiten erklärten zudem, dass sie wegen der Unvereinbarkeit der Bedingungen den Kampf auf dem Schlachtfeld fortsetzen. Die Ukraine plant, ihre Gebiete mit einer neuen Großoffensive zu befreien. Russland dagegen will die annektierten, aber nur teils kontrollierten Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson komplett unter seine Kontrolle bringen.
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