Dann dankte Selenskyj allen Soldaten, "die sich in diesen Tagen in besonders schwierigen Schlachten befinden". Darüber hinaus berichtete der ukrainische Staatschef über die weiter anhaltenden Rettungsaktionen nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im südlichen Gebiet Cherson.
Mehr als 15 Monate nach Beginn des von ihm angeordneten Angriffskriegs hat laut Kremlchef Wladimir Putin eine lang erwartete ukrainische Gegenoffensive im Gange. "Wir können mit Sicherheit sagen, dass diese Offensive begonnen hat", sagte Putin am Freitag der Agentur Interfax zufolge vor Journalisten. Zuvor hatten auch schon einige internationale Medien unter Berufung auf ukrainische Militärvertreter vermutet, dass die Aktion zur Befreiung von Russland besetzter Gebiete seit einigen Tagen laufe. Kiew selbst hält sich bedeckt, hatte allerdings auch immer betont, dass es sich nicht zum Beginn der eigenen Offensive äußern werde.
Putin sagte, es gebe bereits seit fünf Tagen "intensive Kämpfe". Außerdem behauptete er, die Ukrainer hätten an keinem Frontabschnitt ihre Ziele erreicht. Das ließ sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Insbesondere die russische Seite fällt seit Kriegsbeginn immer wieder durch militärische Falschaussagen auf. Die ukrainischen Streitkräfte scheinen ihre Aktivitäten entlang der Frontlinie südöstlich der Stadt Saporischschja verstärkt zu haben. Aber es ist noch zu früh, um sich ein wirkliches Bild davon zu machen, was sich abspielt und inwieweit die Ukraine tatsächlich einen großen Vorstoß versucht. Putins Kommentare sind die jüngsten in einer Reihe optimistischer russischer Charakterisierungen der Ereignisse entlang der Frontlinie zwischen den Regionen Saporischschja und Donezk.
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte am Donnerstag, die 47. mechanisierte Brigade der Ukraine habe bei vier verschiedenen Versuchen, die russischen Linien zu durchbrechen, schwere Verluste an Personal und Waffen erlitten. Alle Versuche seien gescheitert, sagte er.
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