Die ukrainische Armee habe mehrere Orte bei Angriffen im Süden, Südwesten und Südosten von Welyka Nowosilka im Gebiet Donezk befreit, heißt es in dem Bericht. Auch seien ihr Vorstöße im Gebiet Saporischschja gelungen. Es habe ukrainische Offensivhandlungen an mindestens drei Abschnitten der Front gegeben. Am 10. und 11. Juni seien dabei Gebietsgewinne erzielt worden. Entgegen mancher Darstellung sei es aber verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt von einem ukrainischen "Durchbruch" zu sprechen.
Das russische Militär meldet trotz anderslautender Berichte, Angriffsversuche ukrainischer Truppen an der Südfront abgewehrt zu haben. "Durch energische Handlungen der verteidigenden Einheiten, Artilleriefeuer und schwere Flammenwerfersysteme hat die Heeresgruppe "Ost" drei Attacken des Gegners aus Richtung Welyka Nowosilka der Donezker Volksrepublik und im Raum der Ortschaft Lewadne im Gebiet Saporischschja abgewehrt", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag.
Immerhin hieß es in der Erfolgsmeldung Konaschenkows weiter, dass ukrainische Truppenkonzentrationen unter anderem in der Siedlung Neskutschne getroffen worden seien. Die Siedlung galt bislang als russisch kontrolliert, ehe am Wochenende ukrainische Einheiten Bilder vom Hissen der Nationalflagge im Dorf veröffentlichten. Der nun von Moskau gemeldete Beschuss ist also ein weiteres Indiz dafür, dass Neskutschne nicht mehr unter russischer Kontrolle ist.
Das russische Schiff Priazovye sei am Sonntag im südöstlichen Teil des Schwarzen Meeres von sechs unbemannten ukrainischen Booten angegriffen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in einer Erklärung mit. Nach Angaben des Ministeriums wurde das Schiff nicht beschädigt und die Drohnenboote zerstört. Auf dem Telegram-Kanal des Ministeriums veröffentlichtes Video soll zeigen, wie die Schiffsbesatzung auf die herannahenden unbemannten Boote schießt und sie trifft, während in der Ferne Explosionen zu sehen sind.
In einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums heißt es, Priazovye habe "die Situation beobachtet und die Sicherheit auf den Routen der Gaspipelines Turkish Stream und Blue Stream gewährleistet", als es von "sechs unbemannten Überwasserschiffen" angegriffen wurde. "Im Zuge der Abwehr des Angriffs wurden alle Boote 300 Kilometer südöstlich von Sewastopol durch Beschuss der regulären Waffen des russischen Schiffes zerstört", teilte das Ministerium mit und fügte hinzu, dass es keine Verluste gegeben habe.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 24. Mai, als Moskau behauptete, drei ukrainische unbemannte Boote hätten versucht, das russische Schiff Ivan Khurs anzugreifen, das ebenfalls die Pipeline und die türkische Route überwachte, so die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS. Laut TASS wurden die Drohnen ebenfalls durch die Standardwaffen des Schiffes zerstört.
Seit Monaten wird eine ukrainische Großoffensive zur Rückeroberung der von Russland zu Kriegsbeginn besetzten Territorien erwartet - speziell im Süden des Landes. Offiziell gibt es aus Kiew keine eindeutige Bestätigung für den Beginn der Operation. Nach Einschätzung von Militärexperten läuft diese aber bereits. Die zuletzt von der Ukraine vermeldeten Geländegewinne und Berichte über schwere Gefechte unterstreichen dies.
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