"Dieser Krieg hat gezeigt, dass die Sicherheit in der Region unteilbar ist. Eine Bedrohung für einen ist eine Bedrohung für alle." Die Zukunft der euroatlantischen Sicherheit werde "auf dem Schlachtfeld in der Ukraine entschieden".
Kuleba erteilte Rufen nach schnellen Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew eine klare Absage. "Sollten wir jetzt einen Fehler begehen und uns dafür entscheiden, Putin für seine Aggression in irgendeiner Form zu belohnen, anstatt ihn als Lehre für alle anderen Möchtegern-Aggressoren zu besiegen, wird die Zukunft der Ukraine, Europas und der ganzen Welt gefährdet." Echter Frieden werde nur durch die Wiederherstellung der international anerkannten Grenze der Ukraine erreicht. "Echter Frieden bedeutet eine Welt, die unter der Herrschaft des Völkerrechts vereint ist." Aus den Lehren der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts sei klar erkennbar, "dass die Welt einen echten Frieden braucht, und kein Appeasement".
Ukraine fordert unterdessen im Kampf gegen die russische Invasion eine Verzehnfachung der westlichen Militärhilfe und härtere Sanktionen. Vizeaußenminister Andrij Melnyk sagte, die Partner im Westen sollten endlich aufhören, künstliche rote Linien für ihre Unterstützung zu ziehen. Vielmehr sollten sie ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Waffenlieferungen an die Ukraine ausgeben. Das wären allein im Fall von Deutschland mehr als 35 Milliarden Euro. "Wir sind unseren Verbündeten dankbar für ihre militärische Hilfe. Aber das ist nicht genug", schrieb Melnyk am Samstag auf Twitter. "Die Ukraine braucht zehn Mal mehr, um die russische Aggression dieses Jahr zu beenden." Bisher hätten alle Verbündeten zusammen 55 Milliarden US-Dollar (50 Milliarden Euro) bereitgestellt. Es brauche aber das Zehnfache, betonte der Diplomat, der lange Botschafter in Deutschland gewesen war.
Der ukrainische Diplomat meinte, verglichen mit dem Zweiten Weltkrieg seien die Beträge gering. "Die Verbündeten sollten das Ausmaß dieses Krieges begreifen", sagte Melnyk, der zu dem Thema auch in einer ukrainischen Fernsehtalkshow auftrat. Zur Militärhilfe kommen die Milliardenzahlungen westlicher Länder hinzu, mit denen die Ukraine ihren Staatshaushalt aufrecht erhält.
Laut einem britischen Geheimdienstbericht heißt es, Russland habe Mühe, die Konsistenz in einer zentralen Erzählung aufrechtzuerhalten, die zur Rechtfertigung des Ukrainekriegs verwendet wurde: dass die Invasion den sowjetischen Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs ähnelt.
Der Bericht beschreibt die Versuche Russlands, die Öffentlichkeit um seine zentrale Botschaft herum zu vereinen: "Am 18. April 2023 gaben russische Staatsmedien die Absage der diesjährigen Gedenkmärsche des Unsterblichen Regiments 'Großer Vaterländischer Krieg' aus 'Sicherheitsgründen' bekannt. In Wirklichkeit waren die Behörden höchstwahrscheinlich besorgt, dass die Teilnehmer das Ausmaß der jüngsten russischen Verluste hervorheben würden." Dies folgt einer Aussage von Jevgeny Prigozhin, dem Chef der Wagner-Gruppe, der öffentlich in Frage stellt, ob es tatsächlich "Nazis" in der Ukraine gibt, was Russlands Rechtfertigung für den Krieg widerspricht. Die Behörden haben ihre Versuche fortgesetzt, die russische Öffentlichkeit um polarisierende Mythen über die 1940er Jahre zu vereinen.
Am 12. April 2023 berichtete die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti über "einzigartige" Dokumente aus FSB-Archiven, die die Nazis in die Ermordung von 22.000 polnischen Staatsangehörigen im Massaker von Katyn von 1940 verwickelten. In Wirklichkeit war die Vorgängeragentur des FSB, der NKWD, verantwortlich. Die russische Staatsduma verurteilte Joseph Stalin offiziell dafür, dass er die Morde im Jahr 2010 angeordnet hatte.
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