Verdi-Chef Frank Werneke will auf der Großkundgebung in Köln knapp eine Woche vor der dritten und möglicherweise entscheidenden Tarifrunde sprechen. Nach Angaben der Gewerkschaft beziehen sich die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Bund und Kommunen allein in Nordrhein-Westfalen auf 640 000 Angestellte. Verdi will um Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern für die Aktion werben. Im bundesweiten Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes für Beschäftigte von Bund und Kommunen fordern Verdi sowie der Beamtenbund dbb 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Bei der zweiten Verhandlungsrunde hatte es trotz eines Arbeitgeberangebotes noch keine Annäherung zwischen den Tarifparteien gegeben. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 27. März.
Die Warnstreiks in Bayern steuern unterdessen auf ihren Wochenhöhepunkt zu. Am Dienstag sind Aktionen im öffentlichen Dienst in München sowie den Bezirken Oberpfalz, Ingolstadt, Niederbayern, Oberfranken Ost und Schweinfurt geplant. Am Mittwoch folgen Mittelfranken, Würzburg/Aschaffenburg, Oberfranken-West, Niederbayern und Oberfranken-Ost. Teilweise sind auch Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr zu erwarten.
Für München hat Verdi einen "Großstreiktag" angekündigt. Hier sind praktisch alle Bereiche des öffentlichen Dienstes mit Zehntausenden Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. Das betrifft neben Kitas und Abfallwirtschaft unter anderem die komplette Stadtverwaltung, Straßenreinigung, weite Teile der Stadtwerke, die München Klinik und die Stadtsparkasse. Außerdem gibt es Arbeitsniederlegungen in Jobcentern, beim Kreisjugendring, in umliegenden Kreisen in den Städten, Gemeinden und Landratsämtern sowie bei Bundeswehr und Behinderteneinrichtungen.
Der Nahverkehr in München beteiligt sich dagegen aktuell nicht an den Warnstreiks. Hier haben die Beschäftigten mit dem Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft, in Zukunft den Flächentarifvertrag zu übernehmen, bereits einen Teil ihrer Ziele erreicht. In Regensburg und Bayreuth ist dagegen der Busverkehr betroffen.
Im Bayern laufen derzeit mehrere Tarifkonflikte parallel. Im öffentlichen Nahverkehr gibt es zwar gleichlautende Forderungen wie im öffentlichen Dienst, die Verhandlungen sind aber separat. Im öffentlichen Dienst will Verdi für die bundesweit 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 10,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber bieten schrittweise fünf Prozent mehr bei zweijähriger Laufzeit sowie 2500 Euro Einmalzahlung. Ende März ist auch hier die dritte Verhandlungsrunde vorgesehen.
dp/pcl