Unterstützer sehen in ihm einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte. Das juristische Tauziehen um Assanges mögliche Auslieferung in die USA zieht sich seit Jahren hin. Die britische Regierung hat für die Auslieferung prinzipiell grünes Licht gegeben, Assange und seine Unterstützer wollen jedoch weitere juristische Möglichkeiten nutzen, um Einspruch einzulegen. Assange sitze seit vier langen Jahren im Gefängnis, obwohl er nicht verurteilt sei, kritisierte Vincent. "Wir sind besorgt um seine Sicherheit und um sein Wohlergehen im Gefängnis, wo seine körperliche und mentale Gesundheit sehr hohem Risiko ausgesetzt bleiben." Auch die Ehefrau des Wikileaks-Gründers, Stella Assange, hat sich zuletzt sehr besorgt über dessen Zustand geäußert. Er werde bis zu 20 Stunden am Tag eingesperrt und Besuche seien nur sehr eingeschränkt möglich.
Auch Australische Bundespolitiker aus dem gesamten politischen Spektrum haben gemeinsam den US-Generalstaatsanwalt Merrick Garland aufgefordert, Versuche zur Auslieferung von Julian Assange aus dem Vereinigten Königreich einzustellen. Die 48 Abgeordneten und Senatoren warnten davor, dass die Verfolgung des WikiLeaks-Gründers "einen gefährlichen Präzedenzfall" für die Pressefreiheit schaffe und dem Ansehen der USA schaden würde. Greg Barns, ein Rechtsberater der Assange-Kampagne, sagte, der US-Versuch, Assange strafrechtlich zu verfolgen, sei "gefährlich", weil er bedeute, dass "jeder Journalist oder Verleger überall auf der Welt mit einer Auslieferung an die USA rechnen könnte, weil er geheimes Material veröffentlicht hat."
Die australische Außenministerin Penny Wong warnte Ende letzten Monats davor, dass die Möglichkeiten der Diplomatie begrenzt seien. Aber sie sagte, Australien werde sowohl der US-amerikanischen als auch der britischen Regierung gegenüber weiterhin die Ansicht äußern, dass sich der Fall gegen Assange "lang genug hingezogen hat und zu einem Abschluss gebracht werden sollte".
Die USA haben underdessen die Verhaftung des "Wall Street Journal"-Korrespondenten Evan Gershkovich in Russland offiziell als unrechtmäßig eingestuft. Das teilte das Außenministerium am Montag in Washington mit. "Journalismus ist kein Verbrechen. Wir verurteilen die fortgesetzte Unterdrückung unabhängiger Stimmen in Russland durch den Kreml und seinen anhaltenden Krieg gegen die Wahrheit", hieß es in einer Mitteilung. Russland wurde aufgefordert, Gershkovich sowie den ebenfalls inhaftierten US-Amerikaner Paul Whelan freizulassen.
Der Korrespondent des "Wall Street Journal" war Ende März unter Spionagevorwürfen in der Großstadt Jekaterinburg im Ural vom Geheimdienst FSB festgenommen worden. Jetzt sitzt der 1991 geborene Reporter in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohen Gershkovich bis zu 20 Jahre Haft. Die Affäre belastet die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau noch mehr. Whelan war bereits 2018 wegen angeblicher Spionage verurteilt worden.
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