"Zum jetzigen Zeitpunkt wurden 80 Menschen lebend geborgen, darunter einige, die es nach dem Untergang geschafft haben, die Küste zu erreichen", sagte die Küstenwache in einer Erklärung. "Entlang der Küste wurden 43 Leichen gefunden", fügte sie hinzu. Es ist unklar, woher dieses Boot gekommen war, aber lokale Nachrichtenagenturen berichten, dass die an Bord befindlichen Personen aus dem Iran, dem Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan und Somalia stammten.
Das Schiff sank, nachdem es bei rauem Wetter gegen Felsen geprallt war, sagte die Nachrichtenagentur Adnkronos. Die italienischen Behörden haben eine große Such- und Rettungsaktion an Land und auf See durchgeführt. Videoaufnahmen zeigen Holz aus dem Wrack, das in Stücke zertrümmert wurde, zusammen mit Teilen des Rumpfes, die am Strand angespült wurden. Überlebende sind unter Decken zusammengekauert zu sehen, die von Mitarbeitern des Roten Kreuzes betreut werden. Einige wurden ins Krankenhaus gebracht. "Es gab Landungen, aber noch nie eine solche Tragödie", sagte der Bürgermeister von Cruto, Antonio Ceraso, gegenüber Rai News.
Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni – die letztes Jahr teilweise mit dem Versprechen gewählt wurde, den Zustrom von Migranten nach Italien einzudämmen – drückte ihre "tiefe Trauer" über den Vorfall aus und machte Menschenhändler für die Todesfälle verantwortlich. "Es ist unmenschlich, das Leben von Männern, Frauen und Kindern für den Preis des ‚Tickets‘ einzutauschen, das sie in der falschen Perspektive einer sicheren Reise bezahlt haben", sagte sie in einer Erklärung. "Die Regierung setzt sich dafür ein, Ausreisen und damit die Entfaltung dieser Tragödien zu verhindern, und wird dies auch weiterhin tun."
Die rechte Regierung von Frau Meloni hat geschworen, Migranten daran zu hindern, die Küsten Italiens zu erreichen, und in den letzten Tagen ein strenges neues Gesetz durchgesetzt, das die Rettungsregeln verschärft. Nach Angaben von Überwachungsgruppen sind seit 2014 mehr als 20.000 Menschen auf hoher See im zentralen Mittelmeer gestorben oder verschwunden. Papst Franziskus, der oft die Rechte von Migranten verteidigt, sagte, er bete für die Toten, die Vermissten und die Überlebenden.
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