Der eine Minute und 26 Sekunden lange Videoclip zeigte, wie etwa ein Dutzend russische Soldaten gefangen gehalten wurden. Die Legion der Freiheit Russlands veröffentlichte dasselbe Video auf ihrem Telegram-Kanal. Das Korps sagte zuvor, es habe zwei Soldaten gefangen genommen. Ein Mann aus der Gruppe, der seinen Namen nicht nannte, sagte, im Laufe des Tages seien weitere Russen gefangen genommen worden. Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, hatte zuvor zugestimmt, die Gruppe zu treffen, falls die Soldaten noch am Leben seien. Das Korps-Mitglied im Video sagte, Gladkow sei nicht am vorgesehenen Treffpunkt erschienen.
"Wir haben bereits über das Schicksal dieser Jungs entschieden. Sie werden zum Austauschverfahren an die ukrainische Seite übergeben", sagte der Mann. Die Ukraine und Russland haben regelmäßig Gefangenenaustausche durchgeführt. Der Mann sagte, er sei gerade aus der russischen Stadt Nowaja Tawolschanka zurückgekehrt, wo Gladkow zuvor von Kämpfen mit einer, wie er es nannte, Gruppe "ukrainischer Saboteure" berichtet hatte. Das russische Verteidigungsministerium erklärte später, seine Streitkräfte hätten die Gruppe aufgelöst und ihre Kämpfer in die Ukraine zurückgedrängt. Gladkow veröffentlichte später eine kurze Erklärung, in der er sagte, er habe Gespräche mit den örtlichen Behörden geführt. Er erwähnte das geplante Treffen mit Mitgliedern der Gruppen nicht.
Die Ukraine bestreitet eine direkte Beteiligung an den grenzüberschreitenden Angriffen, betrachtet sie jedoch als Folge der russischen Invasion und prognostiziert den Aufstieg dessen, was sie als Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnet. "Diese russischen Männer griffen gegen ihren Willen zu den Waffen. Bald werden sie die ganze Abscheulichkeit und Ungerechtigkeit des von Putin entfesselten Krieges verstehen", sagte ein anderes Korps-Mitglied, das sich nicht zu erkennen gab, in dem Video. Gladkow sagte am Sonntag zuvor, dass ukrainische Streitkräfte seine Region über Nacht weiter beschossen hätten, nachdem am Abend zuvor zwei Menschen getötet und Hunderte Kinder von der Grenze evakuiert worden seien.
An den Kämpfen in der russischen Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine sind nach polnischen Medienberichten auch Polen beteiligt. Dabei handele sich um Söldner, die unter dem Namen "Polnisches Freiwilligenkorps" auf der Seite der ukrainischen Armee kämpften, berichteten die Online-Nachrichtenportale "Polsatnews.pl" und "Wprost.pl" am Sonntag. Sie beriefen sich auf eigene Mitteilungen der Gruppe im Messaging-Dienst Telegram und ein Video, das Soldaten auf dem Weg in Richtung Belgorod zeigen soll. Nach Informationen von "Polsat" soll das "Polnische Freiwilligenkorps" im Februar gegründet worden sein. Anfangs habe es als nur aus Polen bestehende eigenständige Einheit an der Seite der ukrainischen Armee gekämpft. Inzwischen agiere die Truppe auch gemeinsam mit einem "Russischen Freiwilligenkorps". Wie viele Polen beteiligt sein sollen, ging aus den Berichten nicht hervor.
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