Bereits am Donnerstag hatte der Chef der Militärverwaltung, Olexander Prokudin, auf Telegram fortlaufende russische Angriffe auf die ukrainisch kontrollierten Flutgebiete beklagt. Die Rettungsaktionen liefen seit dem ersten Tag unter anhaltendem russischen Beschuss, so Prokudin. Am Mittwochabend wurden zwei freiwillige Retter - darunter ein ausländischer Helfer - durch russisches Artilleriefeuer verletzt. Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen.
Der Flutwasserstand soll derweil weiterhin stetig sinken, wie die Rettungskräfte vor Ort berichteten. Laut dem ukrainischen Stab zur Beseitigung der Flutfolgen ging das Wasser bei Cherson seit Donnerstagmorgen um rund 25 Zentimeter auf 1,67 Meter zurück. Dennoch sollen immer noch 30 Ortschaften im gesamten Flutgebiet unter Wasser stehen sein. 17 davon liegen auf russisch kontrolliertem Gebiet, so der Krisenstab auf Telegram.
Der von Russland kontrollierte Staudamm im Kriegsgebiet ist am Dienstag voriger Woche gebrochen. Das Wasser aus dem Kachowka-Stausee, der das größte Reservoir des Landes darstellte, überschwemmte Dutzende Ortschaften und zerstörte die Landschaft. Die Ukraine wirft russischen Truppen vor, den Staudamm vermint und gesprengt zu haben. Auch viele internationale Experten halten das für wahrscheinlich. Dagegen ist der Damm russischer Darstellung nach durch ukrainischen Beschuss zerstört worden.
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