Nach Syrskyjs Einschätzung erhöhten russische Militärs in den vergangenen Tagen die Intensität des Beschusses mit schweren Waffen, setzten modernere Ausrüstung ein und gruppierten ihre Truppen neu. "Dies deutet darauf hin, dass der Feind seine Pläne nicht ändern wird und alles tut, um die Kontrolle über Bachmut zu erlangen und seine Offensive fortzusetzen", wurde der Befehlshaber der ukrainischen Heeresgruppe Ost zitiert. Russische Truppen versuchen bereits seit Monaten, Bachmut zu erobern. Nach ihrer Darstellung kontrollieren sie die Stadt bereits beinahe vollständig. Die ukrainischen Truppen leisten dort erbitterten Widerstand, um ihren Gegnern möglichst hohe Verluste zuzufügen.
"Wir kontrollieren einen Teil der Stadt. Dort hat sich nichts geändert, der Stellungskrieg geht weiter. Der Feind hat keinen größeren Durchbruch erzielt", sagte Serhii Cherevatyi, Sprecher der östlichen Gruppierung der ukrainischen Streitkräfte. Cherevatyi wies Prigozhins Behauptungen über einen abnehmenden Munitionsvorrat zurück und sagte, die russischen Streitkräfte hätten in den letzten 24 Stunden Tausende von Granaten entlang der Frontlinien abgefeuert. "Jetzt feuern sie mehr als 20.000 Granaten pro Tag ab. Deshalb ist Prigozhins Bemerkung über Munitionsmangel ein kompletter Bluff", sagte er. Wagner-Chef Jevegny Prigozhin hatte gesagt, dass er sich am 10. Mai aus Bachmut zurückziehen wird, weil er nur noch 30 % der Vorräte habe, die er in der östlichen Stadt benötige, wenn er keinen Nachschub erhalte.
Das russische Militär sucht mit ständig wechselnden Taktiken nach Möglichkeiten, die ukrainische Flugabwehr zu umgehen. "Sie versuchen, unsere Flugabwehr zu erschöpfen, und einen Weg zu finden, sie zu umgehen", sagte am Sonntag Natalja Humenjuk, Sprecherin der ukrainischen Heeresgruppe Süd, im nationalen Fernsehen. "Sie setzen dabei alles ein, was ihnen zur Verfügung steht." Lediglich mit Hochpräzisionswaffen werde gespart. Mit verschiedenen Einsätzen suche das russische Militär nach den Standorten der ukrainischen Flugabwehr. Daneben sorgten die häufigen Luftangriffe sowie die Aktivitäten der russischen Luftwaffe dafür, den psychologischen Druck auf die Ukrainer zu erhöhen und ihre Abwehr zu erschöpfen. Die ukrainische Flugabwehr ist inzwischen mit einer Reihe modernster westlicher Waffensysteme ausgerüstet, darunter das in den USA hergestellte Patriot-System und die deutsche Iris-T.
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