Auch produziere Belarus jetzt schon etwa 1000 Bauteile für die zivilen russischen Flugzeuge MS-21 und Suchoi Superjet. Sein Land sei mit etwas russischer Hilfe auch in der Lage, Erdkampfflugzeuge herzustellen, sagte Lukaschenko. Solche Maschinen dienen der Unterstützung eigener Infanterie-Einheiten und können gegnerische Ziele am Boden angreifen. Der für westliche Chip- und Computertechnik verhängte Lieferstopp trifft die russische Industrie, gerade auch die Rüstungsbranche. Der russischen Luftfahrtsbranche fehlen Ersatzteile für ihre Airbus- und Boeingflotten. Bei den Angriffen auf die ukrainische Armee hat Russland zudem viele seiner Erdkampfbomber Suchoi Su-24 verloren.
Putin sagte, Lukaschenko habe in Belarus das industrielle Erbe der Sowjetunion bewahrt. Darauf lasse sich eine neue Kooperation aufbauen. Lukaschenko stellt sein Land als Aufmarschgebiet für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat behauptet, dass sein Land "auf keinen Fall" Truppen in die Ukraine entsenden würde, es sei denn, sie würde angegriffen, da befürchtet wird, dass Russlands enger Verbündeter dazu beitragen wird, eine Frühjahrsoffensive Moskaus zu erleichtern. "Wir sind friedliche Menschen. Wir wissen, was Krieg ist, und wir wollen keinen Krieg", sagte der autoritäre Führer Lukaschenko auf einer Pressekonferenz in Minsk. "Wir werden unsere Truppen auf keinen Fall in die Ukraine schicken, es sei denn, Sie werden eine Aggression gegen Belarus begehen", sagte Lukaschenko.
Früher unter sowjetischer Kontrolle, bis Belarus 1990 seine Souveränität erklärte, blieb Belarus einer der engsten Verbündeten Russlands und hat eine Schlüsselrolle bei seiner Invasion in der Ukraine gespielt – obwohl Lukaschenko zuvor sagte, sein Land werde in den Krieg "hineingezogen". Während des gesamten Konflikts gab es Befürchtungen, dass Belarus erneut als Ausgangspunkt für eine weitere Offensive genutzt wird oder dass sich Lukaschenkos eigene Truppen dem Konflikt anschließen werden, wobei solche Episoden als Provokation gegen seine Souveränität angeführt werden. In den letzten Tagen haben die Spannungen an der Grenze wieder zugenommen, da sich die Ukraine auf einen erneuten Angriff vorbereitet.
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