Andernfalls habe das "negative Folgen" für die russische Invasion in die Ukraine, warnte Prigoschin. "Gegenwärtig kontrollieren die Wagner-Einheiten rund 70 Prozent von Bachmut und setzen ihre Angriffe fort, bis zur vollen Befreiung", teilte er mit. Er legte demnach seinem Schreiben an Schoigu auch Informationen zur Aufstellung der ukrainischen Streitkräfte bei, die nicht veröffentlicht wurden. Die Wagner-Truppen sind nach Prigoschins Darstellung bisher die einzigen russischen Einheiten, die in Bachmut kämpfen. Die russische Armee ist demnach an anderen Frontabschnitten im Gebiet Donezk aktiv.
In der Ukraine hingegen herrscht Zuversicht, Bachmut verteidigen zu können. Dort lebten früher 70 000 Einwohner, aktuell harren dort noch Tausende aus. Schon seit zwei Monaten hielten die Streitkräfte den schwersten Attacken des Feindes stand, sagte die stellvertretende Verteidigungsminister Hanna Maljar in Kiew. Viele hätten geglaubt, dass die Verteidigung nicht mehr als eine oder maximal zwei Wochen halte. Die Generäle und Offiziere hätten es nicht nur geschafft, Bachmut zu verteidigen, ihre Reserven seien auch noch nicht ausgeschöpft, meinte sie.
Bachmut ist bereits seit dem Spätsommer umkämpft, seit zwei Monaten haben sich die Kämpfe zur blutigsten Schlacht des seit mehr als einem Jahr dauernden russischen Angriffskriegs entwickelt. Die Stadt ist der Hauptteil der nach der russischen Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk etablierten Verteidigungslinie zwischen den Städten Siwersk und Bachmut im Donezker Gebiet. Falls die Stadt fallen sollte, würde sich für die russischen Truppen der Weg zu den Großstädten Slowjansk und Kramatorsk eröffnen. Damit würde eine vollständige Eroberung des Donezker Gebiets näher rücken.
Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte am späten Montagabend mit, dass ein Angriff russische Kalibr-Marschflugkörper – während sie mit dem Zug transportiert wurden – in der Stadt Dzhankoi im Norden der von Russland besetzten Krim getroffen und zerstört habe. Der Angriff diene dazu, "Russland weiter zu entmilitarisieren und die Halbinsel Krim auf die Befreiung vorzubereiten", sagten die ukrainischen Behörden. In der Zwischenzeit bestätigte der von Russland eingesetzte Leiter der annektierten Halbinsel, dass es einen Streik gegeben habe und dass das Luftverteidigungssystem in Dzhankoi aktiviert worden sei. Bei dem Angriff seien eine Person verletzt und zwei Gebäude beschädigt worden, sagte Sergej Askjonow.
Der von Russland eingesetzte Kopf der annektierten Halbinsel bestätigte, dass es einen Angriff gegeben habe und dass das Luftverteidigungssystem aktiviert worden sei. Eine Person sei verletzt und zwei Gebäude beschädigt worden, sagte Sergej Askjonow. Ein geolokalisiertes Amateurvideo zeigt eine große Explosion und einen daraus resultierenden Feuerball. Man hört eine Person aus dem Off sagen, dass der Angriff den Bahnhof getroffen hat. Das Video zeigte jedoch nicht klar, was getroffen worden war.
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