"Die Zahlen der illegalen Grenzübertritte an der deutsch-polnischen Grenze explodieren und Bundeskanzler und Innenministerin schauen tatenlos zu", sagte Throm der Zeitung. Russland und Belarus instrumentalisierten seiner Ansicht nach Flüchtlinge zur Destabilisierung des Westens, die Türkei spiele dieses Spiel mit. Die Bundesregierung müsse stationäre Grenzkontrollen an der deutsch-polnischen Grenzen einrichten. "Darüber hinaus erwarten wir von Polen, dass es die EU-Außengrenze besser sichert." Im ersten Quartal des aktuellen Jahres registrierte die Bundespolizei den Angaben nach 15 761 illegale Einreisen, die meisten davon über Polen, gefolgt von Österreich und der Schweiz.
Bund und Länder hatten sich auf dem Flüchtlingsgipfel in der vergangenen Woche für die Ausweitung stationärer Grenzkontrollen ausgesprochen. "Lageabhängig wird der Bund das im Verhältnis zu Österreich bestehende Grenzsicherungskonzept auch an anderen Binnengrenzen Deutschlands nach Konsultation mit den betreffenden Ländern der Bundesrepublik Deutschland etablieren", heißt es in dem Beschlusspapier.
Eigentlich gibt es im Schengen-Raum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Personenkontrollen an den Grenzen. In den vergangenen Jahren hatten aber mehrere Staaten eine Ausnahmeregelung genutzt. Deutschland kontrolliert seit Herbst 2015 in Bayern an der Grenze zu Österreich, nachdem sich Zehntausende Flüchtlinge und andere Migranten von Griechenland über die Balkan-Route auf den Weg nach Westeuropa gemacht hatten.
dp/fa