Es handelt sich um das Abschlussdokument des 6. Sachstandszyklus des Weltklimarats (IPCC). In dem Zyklus sind seit 2018 sechs Einzelberichte erschienen. Es soll alle Erkenntnisse zusammenfassen und pointiert präsentieren. Die nächsten IPCC-Berichte sind in fünf bis sieben Jahren zu erwarten. Die Kernaussagen sind bereits klar: der Klimawandel schreitet rascher voran als erwartet und die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um die Erwärmung auf 1,5 oder zumindest auf weniger als 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Ärmere Länder brauchen viel mehr finanzielle Unterstützung, um klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und sich für die bereits stark gestiegenen Risiken von Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen zu wappnen.
Zu Beginn des Treffens warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Delegierten, dass sich der Planet "dem Punkt ohne Wiederkehr nähert "und sie Gefahr laufen, die international vereinbarte Grenze von 1,5 Grad Celsius der globalen Erwärmung seit vorindustriellen Zeiten zu verfehlen. Das liegt daran, dass die globalen Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen weiter zunehmen – hauptsächlich aufgrund der Verbrennung fossiler Brennstoffe, der Entwaldung und der intensiven Landwirtschaft –, obwohl sie eigentlich schnell zurückgehen müssten.
Die Regierungen einigten sich vor fast acht Jahren in Paris darauf, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen oder zumindest deutlich unter 2 °C zu halten. Seitdem haben Wissenschaftler zunehmend argumentiert, dass jede Erwärmung über die untere Schwelle hinaus die Menschheit einem ernsthaften Risiko aussetzen würde. Die durchschnittlichen globalen Temperaturen sind seit dem 19. Jahrhundert bereits um 1,1 Grad Celsius gestiegen, aber Guterres bestand letzte Woche darauf, dass die Zielgrenze von 1,5 °C "mit schnellen und tiefgreifenden Emissionssenkungen in allen Sektoren der Weltwirtschaft" möglich bleibt.
"Was darin steht, ist wissenschaftlich gesetzt, das wird nicht mehr in Frage gestellt", sagte Jochem Marotzke, der Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. "Was daraus gemacht wird, ist eine andere Frage." Marotzke hat an mehreren Berichten des Weltklimarats mitgewirkt, ist aber an diesem Bericht nicht beteiligt. Er ist nach eigenen Angaben pessimistisch, dass die Regierungen nun tun, was dringend nötig ist: die Emissionen schnellstens massiv senken. "Die Haltung ist oft: warum soll ich mich anstrengen, wenn andere es nicht tun?" Das sei aber fatal. "Das ist ein extrem schweres Kooperationsproblem."
Der Weltklimarat (IPCC) ist eine zwischenstaatliche Einrichtung mit Vertretern der 195 Mitgliedsländer. Er beauftragt die Wissenschaft, etwa alle sieben Jahre sämtliche Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenzutragen. Der nächste Zyklus beginnt im Sommer.
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