Der dbb begründete die geplanten Schritte mit der aus seiner Sicht enttäuschenden Arbeitgeber-Position in den jüngsten Verhandlungen: "Erneut legten sie kein ernsthaft verhandelbares Angebot vor." Zu der Demonstration am Dienstag will auch Bundeschef Ulrich Silberbach kommen. Die Kommunalgewerkschaft Komba forderte ihre Mitglieder ebenfalls auf, dann landesweit die Arbeit niederzulegen. Sie sieht das bisher diskutierte Paket "bestenfalls als Mogelpackung". Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will am Montag mit Landeschef Detlef Ahting über ihr Vorgehen zum Wochenstart informieren.
Nach dem "unzureichenden Angebot der Arbeitgeber" ruft Verdi Tarifbeschäftigte, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Studierende im öffentlichen Dienst in Gießen am kommenden Dienstag zum Streik auf. Dazu zählen laut Verdi unter anderem die Beschäftigten von kommunalen Dienststellen und Einrichtungen wie Kreis-, Städte- und Gemeindeverwaltungen, kommunale Kitas und Bauhöfe sowie Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit und kommunaler sozialer Einrichtungen und der Sparkasse.
Am Donnerstag waren die Verhandlungspartner ohne Ergebnis auseinandergegangen. Das aktuelle Angebot bewege sich an der "Grenze des Machbaren", so die kommunalen Arbeitgeberverbände. Es enthielt unter anderem eine Entgelterhöhung um fünf Prozent in zwei Schritten, Einmalzahlungen im Wert von insgesamt 2500 Euro und ein verbessertes Weihnachtsgeld. Die Gewerkschaften verlangen bislang 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Verdi-Chef Frank Werneke drohte bereits mit einer Ausweitung der Warnstreiks.
Die Ausstände hatten in den vergangenen Wochen schon Einschränkungen in vielen Bereichen gebracht - etwa in kommunalen Kitas und Kliniken, Verwaltungen, bei der Abfallentsorgung, Stadtwerken, Feuerwehren oder im Nahverkehr. Ende März soll in Potsdam weiterverhandelt werden.
dp/fa