Nach Angaben der Polizei wurden rund 350 Menschen festgenommen. Sie hätten sich in der Al-Aksa-Moschee verbarrikadiert sowie Feuerwerkskörper gezündet und Steine geworfen. Berichten zufolge setzte die Polizei Tränengas, Schlagstöcke und Blendgranaten ein, um die Moschee zu räumen. Nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden rund 40 Palästinenser durch Schläge und Gummigeschosse der Polizei verletzt. Als Reaktion feuerten in der Nacht radikale Palästinenser aus dem Gazastreifen mindestens zehn Raketen auf israelisches Gebiet ab. Am frühen Morgen griff Israel daraufhin mehrere Ziele in dem Küstenstreifen an.
Der Vorfall zog Verurteilungen aus der ganzen arabischen und muslimischen Welt nach sich. Das jordanische Außenministerium verurteilte die Aktionen der israelischen Polizei "aufs Schärfste" und forderte Israel auf, seine Truppen unverzüglich aus der Moschee abzuziehen. Jordanien hat auch ein außerordentliches Treffen der Arabischen Liga einberufen, um die Entwicklung zu erörtern. Das ägyptische Außenministerium verurteilte unterdessen die "Stürmung" der Moschee durch die Polizei und sagte, sie habe "zahlreiche Verletzungen unter Gläubigen und Gläubigen" verursacht und "gegen alle internationalen Gesetze und Gepflogenheiten verstoßen".
Das US-Büro für palästinensische Angelegenheiten rief nach der Razzia zur Zurückhaltung auf und sagte auf Twitter: "Gewalt hat an heiligen Stätten und während einer heiligen Zeit keinen Platz. Alarmiert durch die schockierenden Szenen in der Al-Aqsa-Moschee und die Raketen, die von Gaza auf Israel abgefeuert wurden. Wir fordern Zurückhaltung und Deeskalation, um friedliche Gottesdienste zu ermöglichen und die Heiligkeit der heiligen Stätten zu schützen."
In den vergangenen Jahren kam es auf dem Gelände um die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem immer wieder zu gewalttätigen Konfrontationen. Im Jahr 2021 eskalierte die Situation zu einem elftägigen Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan war eine Verschärfung der ohnehin angespannten Sicherheitslage im Land befürchtet worden. Aktuell kommen besonders viele Muslime zum Tempelberg, um während des Fastenmonats dort zu beten. Am Mittwoch begann zudem das einwöchige jüdische Pessachfest. Einer der Bräuche ist dabei eine Wallfahrt nach Jerusalem.
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