Die russischen Besatzer in der benachbarten Region Saporischschja berichteten ihrerseits von vier Toten durch ukrainischen Beschuss. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich oft schwer unabhängig überprüfen. Saporischschja gehört neben Cherson, Donezk und Luhansk zu den ukrainischen Gebieten, die Russland in Teilen besetzt hält und im vergangenen Jahr annektiert hat.
Ungeachtet der derzeit schwierigen Lage an der Front hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gegenüber den russischen Angreifern siegessicher gezeigt. "2023 muss und wird definitiv das Jahr unseres Sieges sein!", schrieb Selenskyj am Sonntag auf Telegram. In seiner allabendlichen Videoansprache räumte er mit Blick auf den schwer umkämpften Osten seines Landes zugleich ein: "Die Situation ist sehr hart." Im Gebiet Donezk seien vor allem die Städte Bachmut und Wuhledar weiter ständigem russischem Beschuss ausgesetzt. Trotz hoher Verluste in den eigenen Reihen reduzierten die Russen ihre Angriffsintensität dort nicht.
"Russland hofft, den Krieg zu verlängern und unsere Kräfte zu erschöpfen", sagte Selenskyj. "Also müssen wir die Zeit zu unserer Waffe machen. Wir müssen die Ereignisse beschleunigen." Insbesondere die Geschwindigkeit bei der Lieferung ausländischer Militärhilfen sei ein Schlüsselfaktor in diesem Krieg, betonte der ukrainische Staatschef. Er pochte zudem einmal mehr auf weitere Waffenlieferungen über die kürzlich vom Westen zugesagten Kampfpanzer hinaus.
Bis zu 300 Söldner der russischen Söldnergruppe Wagner wurden in das Krankenhaus in Yuvileine, Region Luhansk, gebracht, aber die dortigen Ärzte haben sich geweigert, sie zu behandeln, berichtete der Generalstab des ukrainischen Militärs am 29. Januar. Der Generalstab sagte in seinem regelmäßigen Morgenbericht, dass die Ärzte in Yuvileine medizinische Hilfe für die Wagner-Söldner ablehnen, weil die meisten von ihnen Träger von Krankheiten wie HIV/AIDS, Syphilis, Tuberkulose und Lungenentzündung sind.
Nach Angaben des Generalstabs wandeln die Russen aktiv Krankenhäuser in den besetzten Gebieten in Militärkrankenhäuser um. Unterdessen wird den Anwohnern medizinische Hilfe verweigert, da die Krankenhäuser voller verwundeter russischer Soldaten sind. Es wurde früher berichtet, dass die Wagner-Gruppe viele ihrer Söldner aus russischen Gefängnissen rekrutiert. Viele der Verurteilten sind mit schweren Infektionskrankheiten infiziert, darunter HIV/AIDS. Der Pressedienst des ukrainischen Verteidigungsgeheimdienstes sagt, dass Wagner solche Sträflinge mit Armbändern markiert – rot für HIV und weiß für Hepatitis.
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