Zeugen sagten, eine Explosion habe am frühen Dienstagmorgen das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Gaza- Stadt und ein Haus in der südlichen Stadt Rafah getroffen. Die Luftangriffe wurden in den frühen Morgenstunden fortgesetzt und zielten auf militante Ausbildungsstätten. Unter den Toten seien Frauen und Kinder, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zivilbevölkerung im Süden Israels wurde angewiesen, bis Mittwoch in der Nähe eines ausgewiesenen Schutzraums zu bleiben. Laut "Jerusalem Post" wurden auch Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen. Auch wurden einige Straßen und Schulen geschlossen.
Das israelische Militär erließ Einschränkungen für Gemeinden im Süden des Landes. In der vergangenen Woche hatten militante Palästinenser im Gazastreifen nach dem Tod eines palästinensischen Häftlings laut Armee Dutzende Raketen und mehrere Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. In Erwartung palästinensischer Raketenangriffe als Reaktion auf die Luftangriffe gab das israelische Militär Anweisungen heraus, die Menschen in Gemeinden innerhalb von 40 km von Gaza rieten, in der Nähe ausgewiesener Luftschutzbunker zu bleiben.
Hintergrund der jüngsten Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern ist der Tod von Chader Adnan. Vor einer Woche war das ranghohe Mitglied des Islamischen Dschihads nach fast drei Monaten Hungerstreik in israelischer Haft gestorben. Mehrere militante Palästinenserorganisationen im Gazastreifen hatten Vergeltung angekündigt. Adnan war laut Gefängnisbehörde wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sowie Unterstützung von Terror und Hetze inhaftiert gewesen.
Die Luftangriffe ähneln denen im Jahr 2022, bei denen Israel Orte bombardierte, in denen Kommandeure des Islamischen Dschihad untergebracht waren, und einen dreitägigen Blitzangriff auslösten, bei dem die vom Iran unterstützte Gruppe ihre beiden obersten Kommandeure und Dutzende anderer Mitglieder verlor. Israel sagt, die Razzien im Westjordanland sollen militante Netzwerke zerschlagen und zukünftige Angriffe vereiteln. Die Palästinenser sehen die Angriffe als weitere Festigung der 56-jährigen, unbefristeten Besatzung Israels.
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