Für eine dauerhafte und bundesweit einheitliche Einbeziehung der Tickets für Studierende in das 49-Euro-Ticket sei ein Arbeitsprozess vereinbart worden, erläuterte Krischer. Hierzu seien noch rechtliche Fragen zu klären. Er betonte, dass Studierende "eine ganz entscheidende Kundengruppe" seien, die auch gehalten werden solle. Generell solle das Ticket den öffentlichen Verkehr günstig und einfach machen und eine Menge Menschen dazu bewegen, ihn zu nutzen.
Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies hat sich dafür ausgesprochen, den Preis des Deutschlandtickets von 49 Euro monatlich in den ersten beiden Jahren nicht zu erhöhen. "Mein Ziel wäre, ganz klar zu sagen, diese ersten beiden Einführungsjahre müssen verlässlich sein", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag. Das sei wichtig für all jene, die erwägen, vom Auto auf den Nahverkehr umzusteigen. Nach zwei Jahren werde man überlegen müssen, ob der Preis angesichts der Inflation oder anderer Parameter verändert wird. "Aber man darf nicht den Eindruck erwecken, das ist ein Lockangebot. Dann gewinnen wir die Menschen nicht für die öffentliche Mobilität", sagte Lies.
Die Verkehrsminister der Länder hatten sich am Mittwoch und Donnerstag erneut mit dem 49-Euro-Ticket befasst. Dabei plädierten sie dafür, ein spezielles Angebot für Studierende zu schaffen. So solle es zur Einführung des Tickets am 1. Mai zunächst eine "Upgrade-Lösung" geben, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Oliver Krischer (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen. Studierende müssten dann ausgehend vom Preis ihres Semestertickets nur die Differenz bis zum Preis von 49 Euro für das Deutschlandticket bezahlen.
Das Deutschlandticket soll zum 1. Mai mit einem Einführungspreis von 49 Euro im Monat starten und an das beliebte 9-Euro-Ticket aus dem Sommer 2022 anknüpfen. Vorgesehen ist ein digital buchbares, monatlich kündbares Abonnement, das bundesweit im Nahverkehr gilt. Der Bundestag hat das Finanzierungsgesetz bereits beschlossen, am 31. März muss abschließend noch der Bundesrat zustimmen. Der Bund stellt demnach von 2023 bis 2025 jeweils 1,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsanbietern zur Hälfte auszugleichen. Für die andere Hälfte sollen die Länder aufkommen.
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