
Christoph Daum, eine herausragende Persönlichkeit im deutschen Fußball, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Wie das Fachmagazin "Kicker" berichtet, starb Daum am Samstag friedlich im Kreise seiner Familie an den Folgen seiner Krebserkrankung. Der ehemalige Bundesligatrainer hatte im Jahr 2022 öffentlich gemacht, an Lungenkrebs erkrankt zu sein.
Daum, der sich stets als Kämpfer präsentierte, hatte seine Diagnose im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung erhalten. Über Instagram informierte er im Jahr 2022, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei, und gab bekannt, bereits 22 Chemotherapien durchlaufen zu haben. Diese Chemotherapien hatten seinen Gesundheitszustand erheblich verschlechtert, wie aus Berichten des "RND" hervorgeht.
Christoph Daum begann seine Karriere als Fußballspieler, bevor er sich dem Trainergeschäft zuwandte. Nach seiner aktiven Laufbahn beim 1. FC Köln, wo er seine Trainerausbildung begann, wurde er Co-Trainer und schließlich Cheftrainer der Kölner. Seine Karriere führte ihn zu weiteren Stationen, unter anderem zu VfB Stuttgart und in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul. Besondere Bekanntheit erlangte Daum durch seine Zeit bei Bayer 04 Leverkusen, wo er die Mannschaft zu großem Erfolg führte.
Im Sommer 2001 stand Daum vor der Ernennung zum Bundestrainer. Diese Aussicht wurde jedoch durch den Kokainskandal jäh zunichtegemacht. Öffentliche Vorwürfe und eine positive Haarprobe führten zur Beendigung seiner Zeit bei Leverkusen und der Distanzierung des DFB von ihm. Trotz dieses Rückschlags setzte Daum seine Karriere fort, gewann Titel in Österreich und der Türkei und kehrte 2006 bis 2009 zum 1. FC Köln zurück. 2017 beendete er seine Laufbahn als Nationaltrainer Rumäniens.
Daum war bekannt für seinen unerschütterlichen Kampfgeist, sowohl auf dem Platz als auch abseits davon. Sein Umgang mit der Krankheit spiegelte seinen Lebenswillen wider. Selbst in den letzten Monaten, als die Chemotherapien seinen Körper stark belasteten, blieb Daum öffentlich präsent. Er nutzte seine Popularität, um auf seine Krankheit aufmerksam zu machen und anderen Mut zu machen. Seine Botschaft "Der Krebs hat sich den falschen Körper ausgesucht" verdeutlichte seinen unaufhörlichen Kampf.
Seine Weggefährten zeigten sich beeindruckt von Daums Entschlossenheit und Stärke. Noch im Oktober 2023 feierte er seinen 70. Geburtstag in einem Kölner Restaurant, umgeben von ehemaligen Spielern und Kollegen wie Michael Ballack und DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Völler lobte Daum für seinen Einsatz, Menschen mit seiner Krankheit Hoffnung zu geben, und Ballack beschrieb ihn als Vorbild.
Daums Karriere war geprägt von Höhen und Tiefen, von Erfolgen und Skandalen. Trotz der Rückschläge, insbesondere der Kokain-Affäre, behielt er seinen Status als eine der markantesten Figuren im deutschen Fußball. Seine Sprüche und sein unerschütterlicher Wille werden dem Fußball fehlen. Daum selbst sagte einmal: "Du kannst hinfallen. Es ist auch nicht entscheidend, wie oft du hinfällst. Du musst nur immer wieder aufstehen."
Christoph Daum hinterlässt ein gemischtes, aber faszinierendes Erbe im deutschen Fußball. Seine Karriere war geprägt von enormem Erfolg, aber auch von dramatischen Wendungen. Die öffentliche Versöhnung mit seinem ehemaligen Gegner Uli Hoeneß und die Anerkennung seiner kämpferischen Haltung in der letzten Phase seines Lebens zeigen die Komplexität seiner Persönlichkeit.
Daum wird als eine prägende Figur des deutschen Fußballs in Erinnerung bleiben – ein Mann, dessen Leben und Karriere genauso dynamisch und unvorhersehbar waren wie der Sport, den er so leidenschaftlich verkörperte.
Quellen: Kicker, RND, Bild , Deutsche Presse-Agentur