Die Reform gilt als eines der zentralen Vorhaben von Präsident Emmanuel Macron. Derzeit liegt das Renteneintrittsalter in Frankreich bei 62 Jahren. Tatsächlich beginnt der Ruhestand im Schnitt aber später: Wer nicht lang genug eingezahlt hat, um Anspruch auf eine volle Rente zu haben, arbeitet länger. Mit 67 gibt es dann unabhängig von der Einzahldauer Rente ohne Abschlag - dies will die Regierung beibehalten. Die monatliche Mindestrente will sie auf etwa 1200 Euro hochsetzen.
Die meisten Zug- und U-Bahn-Verbindungen fallen am Dienstag aus, und viele Schulen werden geschlossen. Es ist der sechste Tag der Streiks und Proteste seit Mitte Januar, und die Gewerkschaften sagen, dass es der bisher größte sein wird. Mehr als eine Million Menschen werden zu Demonstrationen in Paris und anderen Städten erwartet. Da die Regierung keine Anzeichen dafür zeigt, bei ihrem Rentenplan nachzugeben, sagte ein Gewerkschaftsführer, es werde von einer Eskalation gesprochen und "das Land in die Knie gezwungen".
In den kommenden Tagen wird es Forderungen geben, die Streiks in Schlüsselsektoren wie Stromerzeugung und Gasterminals zu verlängern. Bisher hat die Kampagne trotz Lärm und sporadischer Störungen der Wirtschaft wenig Schaden zugefügt, und in der Zwischenzeit geht der Gesetzentwurf durch das Parlament. Gewerkschaften und Linke wissen, dass die Zeit drängt, bis die Reform zu vollendeten Tatsachen wird – umso mehr machen sie jetzt Druck.
Die Mehrheit der Franzosen unterstützt die anhaltenden Streiks gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron, wie eine Umfrage der französischen Umfragegruppe Elabe ergab. Laut der Meinungsumfrage unterstützen 56 % der Menschen die Streiks und 59 % unterstützen den Aufruf, das Land zum Stillstand zu bringen. Die Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Menschen die Protestbewegung gegen die geplante Rentenreform der Regierung im Allgemeinen unterstützen.
Präsident Macron hat die Reform aufgrund der prognostizierten Defizite für das französische Rentensystem in den nächsten 25 Jahren als "wesentlich" bezeichnet, so die Analyse des unabhängigen Rentenbeirats. Regierungssprecher Olivier Véran sagte gegenüber France 2: "Wir wollen nicht, dass die Franzosen, Zitat, unzitiert, ‚Opfer‘ einer langfristigen Blockade werden." Letzte Woche warnte er davor, dass die Streiks zu einer "ökologischen, landwirtschaftlichen und gesundheitlichen Katastrophe" führen könnten.
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